Verkehr

Verkehr

Eine zweckmässige verkehrstechnische Erschliessung innerhalb des Gemeindegebietes sowie nach aussen ist zentral für Entwicklung der Gemeinde. Die Wege zu Schule, Arbeit, Freizeit und zur Erledigung weiterer Lebensbedürfnisse sollen für alle EinwohnerInnen und BesucherInnen der Gemeinde zugänglich und möglichst einfach sein.

Die SP Sigriswil setzt sich dafür ein, dass ein möglichst hoher Anteil der Bewegungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln (öV) erfolgen kann. Dahinter steckt nicht nur die Überlegung dass der öV ökologischer ist und viel weniger Fläche beansprucht, sondern vor allem das Bestreben, auch EinwohnerInnen und BesucherInnen die aus alters-, finanziellen, gesundheitlichen oder anderen Gründen vom Individualverkehr ausgeschlossen sind, die notwendige Mobilität zu gewähren. 

Während das öV-Angebot in den Dörfern Sigriswil, Endorf, Gunten und Merligen einen guten Stand erreicht hat, lässt es im oberen Teil der Gemeinde zu wünschen übrig. Insbesondere die nicht existierende Erschliessung am Abend schliesst EinwohnerInnen und Gäste ohne Auto von der Teilnahme an kulturellen oder sportlichen Anlässen, aber auch an der Gemeindeversammlung und vielem anderem, quasi aus. Die SP Sigriswil setzt sich dafür ein, dass nach Lösungen gesucht wird wie diese Lücken, unter Wahrung der finanziellen Tragbarkeit für die Gemeinde, so weit wie möglich geschlossen werden können.

Bei der Erschliessung im unteren Teil der Gemeinde ist die Anzahl der Verbindungen gut, jedoch soll eine Verbesserung der Anschlüsse in Thun Richtung Oberland und Wallis angestrebt werden.

Die Erschliessung des Gemeindegebietes mit Strassen ist aufgrund der Gemeindestruktur und der Topologie aufwendig. Aus diesem Grund soll die Priorität klar auf den Substanzerhalt und nicht auf den weiteren Ausbau gelegt werden.

Falls eine Parkplatz-Bewirtschaftung eingeführt wird, ist einerseits auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag für die Gemeinde zu achten, ausserdem sollen die Tarife mit dem öV und den Nachbargemeinden so abgestimmt sein, dass sich der Park-and-Ride-Gedanke für die NutzerInnen lohnt.

Die SP Sigriswil netzt sich auch dafür ein, dass die Interessen des Langsamverkehrs, also der FussgängerInnen und VelofahrerInnen, gewahrt bleiben. Bei Anpassungen der Strassen-Infrastruktur ist die Sicherheit dieser Verkehrs-TeilnehmerInnen ein zentrales Anliegen.

Im Sinne einer längerfristigen Vision sollten auch Themen angegangen werden, welche die über das Gemeindegebiet führende Kantonsstrasse Thun – Interlaken betreffen. Hierzu zwei Gedanken:

Ist es wirklich notwendig, auf dieser Strasse unzählige, schwere und in den Dörfern oft mit nicht angepasster Geschwindigkeit fahrende LKWs zum Steinbruch Balmholz zu akzeptieren, wenn ein Abtransport auch per Schiff möglich ist? Ziel müsste es sein, dass LKWs auf dieser Strasse nur noch zur Ver- und Entsorgung der Dörfer zugelassen sind.

Die gelegentlich vorkommende komplette Verstopfung dieser Strasse wegen Überlastung der Autobahn auf der anderen Seeseite ist für alle Einwohner unserer Gemeinde (und der anderen Gemeinden am See) eine Zumutung. Sie macht nicht nur die Zu- und Wegfahrt per Individualverkehr UND öV unmöglich, bedenklich ist vor allem auch dass die Rettungsdienste (insb. Ambulanz ab/nach Spital Thun) blockiert sind. Umgekehrt hat unsere Gemeinde aus diesem Tourismus von Interlaken und weiter oben keinen Nutzen. Am Gotthard scheint es möglich zu sein, bei Überlastung der Autobahn ein Ausweichen des Verkehrs auf die Kantonsstrasse zu verhindern. Warum bei uns nicht???